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JP Morgan arbeitet an eigener Stablecoin namens JPM Coin

JP Morgan, eher als kryptofeindlich eingestellt bekannt, arbeitet an einem eigenen Stablecoin namens JPM Coin.

JP Morgan entwickelt eigenen Stablecoin namens JPM Coin

Wie gestern bekannt wurde, arbeitet das multinternationale Banken- und Finanzdienstleistungsunternehmen JP Morgan an der Entwicklung eines eigenen Stablecoins. Dieser Token-ähnliche Coin soll 1:1 durch den US-Dollar gedeckt sein. Der Einsatz für die Zahlungsabwicklung ist im Laufe dieses Jahres vorgesehen.

JP Morgan, das Unternehmen, dessen CEO eher kryptofeindlich eingestellt ist,  ist mit der Entwicklung dieses Tokens das erste Institut, dass an einem eigenen Token arbeitet. Der JPM Coin soll auf der Quorum Blockchain laufen, bei der es sich um einen privaten Fork des Ethereum handelt, an dem JP Morgans Entwickler bereits seit 2016 arbeiten. Zuvor hatte das Unternehmen mit dem Gedanken gespielt, Quorum als unabhängiges Projekt zu führen.

Berichten zufolge könnte Morgan auch daran arbeiten, die Stablecoin für andere Mainstream-Blockchains interoperabel zu machen. Der JPM Coin wird in begrenzten Zahlungsversuchen eingesetzt.

JP Morgans Blockchain-Chef, Umar Farooq, wies darauf hin, dass der JPM Coin zunächst dafür gedacht ist, große internationale Zahlungsabwicklungen wie auch Wertpapiertransaktionen durchzuführen, und den Einsatz von Dollar im Unternehmen-Treasury-Service zu ersetzen.

“Die Anwendungen sind ehrlich gesagt endlos. Überall, wo man Distributed Ledger einsetzt, können Unternehmen oder Institutionen diesen verwenden.”

“So ziemlich jeder große Konzern ist unser Kunde, wie auch die meisten großen Banken der Welt.”

Die Ausgabe des JPM Coin soll erst erfolgen, sobald eine FIAT-Einzahlung bei der Bank eingegangen ist. Ab diesem Zeitpunkt können Kunden die Token verwenden, um Zahlungen auf blockchainbasis durchzuführen. Sobald Kunden Geld abheben, wird das Unternehmen die erforderliche Menge an Token verbrennen.

Bei einer Sache ist sich die Kryptogemeinde einig. Bei Blockchains handelt es sich definitionsgemäß um offene und öffentliche Systeme, weshalb es bereits einige Meinungen dazu gibt, wie die von Jerry Brito, Geschäftsführer der gemeinnützigen Forschungsorganisation Coin Center:

“Ich sehe Leute es als Kryptowährungen bezeichnen, obwohl es keine ist.

Eine Kryptowährung ist offen und ohne Berechtigungen. Wenn man etwas herunterladen möchte, braucht man dazu keine Genehmigung, man braucht einfach nur Software.”

Und andere haben das Wertversprechen des Tokens infrage gestellt, da dieser nicht die Vorteile einer Kryptowährung bietet. Dazu New York Times Korrespondent, Nathaniel Popper:

“Es scheint, dass die neue Kryptowährung von JP Morgan, der JPM Coin, genau wie alle anderen Kryptowährungen an den Wert eines Dollars gebunden ist, aber weniger nützlich ist, da dieser nicht über die Grenzen von JP Morgan hinausbewegt werden kann.”

JP Morgan könnte mit dem JPM Coin Ripple durchaus Konkurrenz machen, da das Unternehmen die Breite und Reichweite in Finanzkreise hat, womit dieser gewaltige Vorteile gegenüber dem Ripple bietet. Viele Institutionen könnten sich auch deswegen wohler fühlen, wenn sie einen Coin von einem in der Finanzwelt mehr als anerkannten Namen nutzen.

Quellenangaben: Blockonomi
Bildquelle: Pixabay

XRP: Ripple kooperiert mit einer der größten Banken Asiens

Das RippleNet will ein globales Bankennetzwerk abbilden. Alle Teilnehmer verwenden die Technologie von Ripple, um Zahlungen zu versenden und zu erhalten. Dabei zielt das Netzwerk auf Echtzeitzahlungen zu niedrigen Konditionen ab. Dafür konnte sich mit der CIMB Group nun eine weitere Bank begeistern.

Südostasiatische Kooperation

Die CIMB Group zählt zur fünftgrößten Bank der ASEAN, einem südostasiatischen Bankenverbund. Dazu heißt es in der Ankündigung von Ripple:

Die blockchainbasierte Lösung von Ripple wurde eingesetzt, um die Überweisungstechnologie SpeedSend von CIMB zu verbessern. Dieser Service ermöglicht es Kunden, Geld zu senden und zu empfangen, mit direkter Kontogutschrift und sofortigem Geldeinzug. […] Das ermöglicht bereits Überweisungen in Länder wie Australien, USA, Großbritannien und Hongkong.

Laut offizieller Ankündigung wollen die beiden Unternehmen mit ihrem Projekt einen zukunftsträchtigen Markt erschließen. Dahingehend sollen das Überweisungsvolumen nach Südostasien allein in diesem Jahr noch bis auf 120 Milliarden US-Dollar anschwellen. Der globale Markt für grenzüberschreitende Überweisungen liege gar bei (geschätzten) 27 Billionen US-Dollar. Dementsprechend erfreut gibt sich der CEO der CIMB Gruppe:

Wir freuen uns sehr, Teil von RippleNet zu sein und  auf eine fruchtbare Partnerschaft […], indem wir die Stärken und Fähigkeiten des anderen nutzen. Diese innovative Blockchain-Lösung wird die internationalen grenzüberschreitenden Überweisungen revolutionieren und ist ein Beweis für die laufenden Bemühungen der CIMB, ihr Angebot für das digitale Bankgeschäft durch schnelle und kostengünstige Lösungen für unsere Kunden in ganz ASEAN zu verbessern.

Ähnlich generisch äußert sich außerdem Brad Garlinghouse:

Wir beobachten, wie sich Banken und Finanzinstitute aus der ganzen Welt auf Blockchain-Lösungen stützen, weil sie eine transparentere, schnellere und kostengünstigere Zahlungsabwicklung ermöglichen. Das Netzwerk von CIMB umfasst bereits 15 Länder, fast 800 Niederlassungen und bietet Speedsend – eine der besten Lösungen in der ASEAN-Region.

Dieser Artikel erschien zuerst auf BTC-ECHO.

Bildquellen: https://pixabay.com

Ripple und SWIFT Partnerschaft erhält Absage

Anfang des Monats kündigte Ripple an, dass sie in diesem Jahr an der „SIBOS“, einer von SWIFT organisierten Fachmesse der Finanzdienstleistungsbranche teilnehmen werden, bei der Aussteller ihre neuen Plattform für Finanzdienstleistungen vorstellen können. Dies veranlasste viele zu Spekulationen darüber, ob Ripple möglicherweise eine Partnerschaft mit SWIFT eingehen werde.

Nachdem der erste Tag der Konferenz vorbei ist, scheinen die Gerüchte aber bereits verflogen zu sein. Marcus Treacher, Global Head of Strategic Accounts bei Ripple, gab dem Gerücht zwar keine direkte Absage, zitierte in einem Tweet aber die Aussage, dass „die Auslieferung von Distributed Ledger Technologien noch Jahre entfernt seien“. Dieser Aussage widersprach er deutlich. Es sagte, dass es bereits „über 100 Finanzinstitute mit Zugang zu sofortigen Zahlungen in 40 Ländern und 6 Kontinenten gibt, die etwas anderes behaupten würden“. Damit bezieht er sich eindeutig auf Ripples Netzwerk von Banken, das als RippleNet bekannt ist und weit über 100 Banken umfasst.

Damit macht er aus unserer Sicht indirkt die Haltung von Ripple gegenüber SWIFT klar, dass beide Produkte in Konkurrenz zueinander stehen und eine Kooperation nicht geplant ist. Bereits in der Vergangenheit hatten mehrere Führungskräfte, wie CEO Brad Garlinghouse diese Haltung deutlich gemacht. Garlinghouse betonte stets, dass Ripple das althergebrachte Finanzsystem ablösen möchte. Dies hatte andere Medien und die XRP-Gemeinschaft aber nicht abgeschreckt, über eine Partnerschaft zwischen den beiden Unternehmen zu spekulieren.

Treacher sagte in einem anderen Tweet auch:

Die neue McKinsey Global Payments Map deutet darauf hin, dass sich führende Banken von POCs entfernen und Blockchain im großen Stil einsetzen. @Ripple’s #blockchain ermöglicht eine schnellere Markteinführung und bessere globale Zahlungsdienste.

Treacher macht damit klar, dass alles, was die Banken der SWIFT Gruppe erreichen wollen, von Ripple umgesetzt werden kann. Auch wenn Ripple keine Partnerschaft mit SWIFT vermelden kann und auch will, konnte Ripple möglicherweise aber wenigstens ein paar neue Kunden auf der Konferenz gewinnen.

Neue XRP Partner

Unabhängig von der Konferenz haben drei neue Plattformen angekündigt XRP zu nutzen. Die kanadische Krypto-Börse Bitvo hat XRP gelistet, gepaart direkt mit Kanadischen Dollar.

Darüber hinaus ist XRP jetzt auf der gebührenfreien Krypto-Börse Cobinhood live. Nexo kündigte an, dass es der „erste und einzige Krypto-Kreditgeber“ ist, der XRP als Sicherheit verwendet.

 

Ripple-Chefstratege: US-Regierung ist sehr positiv gegenüber XRP und Ripple gestimmt

Cory Johnson, Ripples neuer Chefmarktstratege seit acht Monaten hat mit Breaker ein sehr interessantes Interview geführt. Dabei erklärte er, dass die US-Regierung unter Trump sehr positiv gegenüber Ripple und XRP aufgeschlossen ist. Wie Johnson erklärte, gibt es regelmäßige Gespräche zwischen Ripple und den Regulierungsbehörden, sowie auch mit Politikern.

Seine Aufgabe als Chefmarktstratege bestehe darin, die Öffentlichkeit über Ripple aufzuklären. Als er vor acht Monaten seinen neuen Job angetreten ist, sei er „auf scheiß Tonnen von FUD gestoßen“, die das Unternehmen und die Kryptowährung XRP umgeben. Einerseits neige die Öffentlichkeit dazu, das Unternehmen Ripple und den XRP-Token gleichzusetzen. Anderseits würde das Thema Dezentralisierung sehr oft falsch dargestellt, bloß weil Ripple 60 Prozent des Angebots an XRP besitzt.

Davon unabhängig könne Ripple aber große Erfolge verzeichnen. Zu dem Start von xRapid und auf die Frage, wie lange es noch dauert, bis Großbanken das Produkt nutzen, erklärt er (frei übersetzt):

Wir haben definitiv bereits Großbanken auf der Plattform: Standard Chartered; Santander, die größte Bank in Spanien; Itaú[Unibanco], die größte Bank in Brasilien (Anmerkung: die Banken gehören zum RippleNet). Aber wenn man in Asien oder im Mittleren Osten reist, sieht man an jeder Ecke wechselnde Unternehmen. Das liegt daran, dass Banken nicht die Art sind, wie sich Geld in diesen Ländern bewegt – es wird durch Unternehmen bewegt, die Überweisungen vornehmen. Was wir sehen, sind viele und viele kleinere Unternehmen – und zwar solche, von denen ich noch nie gehört habe, bevor ich mit der Registrierung und der Nutzung unserer Software begann. Es werden zunächst nicht die großen, etablierten Spieler sein.

Als Antwort auf die Frage, was das Weiße Haus und die Trump-Regierung über Ripple denkt, erläuterte Johnson:

Ich war wirklich erstaunt über die Aufgeschlossenheit. Zweitens war ich überrascht, über die intelligenten Fragen, manchmal sogar die schwierigen Fragen. Es gibt eindeutig eine Menge Hausaufgaben. Insbesondere das Weiße Haus scheint darüber nachzudenken, was es bedeutet, dass 80 Prozent des Bitcoin-Minings in China und ein Großteil des Ether-Minings in China stattfindet. Wenn man sich XRP ansieht, gibt es kein Mining, also ist XRP aus Sicht der Fremdkontrolle oder aus Sicht der Umwelt ein ganz anderes Ding. Und in Gesprächen, die wir mit der Verwaltung geführt haben, scheinen sie das zu verstehen und denken, dass das wichtig sein könnte.

Was Ripples Kontakte in die Regierung betrifft und wie hoch die Diskussionen gekommen sind, lehnte Johnson es ab, genauere Ausführungen zu machen. Dennoch offenbarte er, dass Ripple selbst in Politikerkreisen gut vernetzt ist:

Ich bin Episkopale, und der Witz ist, dass wir nicht über Gott oder Geld reden, aber wir haben viele von beidem. Also werde ich nicht sagen, mit wem wir gesprochen haben. Aber wir sind in regelmäßigen Gesprächen in ganz Washington, und wir treffen uns sowohl mit Regulierungsbehörden als auch mit Politikern. Wir haben ein ganzes Team, das sich dieser Aufgabe widmet, nicht nur in den USA, sondern weltweit. Unser Regulierungsteam, sie springen in Flugzeuge, als würden ihre Hosen brennen.

Auf die Frage, was seine unbeliebteste Frage ist, die ihn Journalisten stellen können, nannte Johnson die Frage nach der Wertpapiereinstufung von XRP durch die amerikanische Securities and Exchange Commision (SEC). Er glaubt, dass es nicht unwahrscheinlich ist, dass Ripple niemals eine Einstufung des XRP Tokens erhält:

Und ich denke, es ist möglich, dass die Antwort nie kommt. Ich weiß nicht, ob die SEC in der Lage sein wird, jede einzelne Kryptowährung oder jedes einzelne digitale Asset zu kommentieren und eine Entscheidung darüber zu treffen. Ich weiß nicht, ob ihnen gefällt, was sie mit Bitcoin und Ether gemacht haben. Ich würde vermuten, dass eine Verwaltungsbehörde nicht die Regulierung eines völlig neuen Teils der Welt übernehmen will, wenn niemand sie darum gebeten hat, und niemand ihr Budget dafür erhöhen wird.

Bei Interesse, findest du das vollständige Interview mit Breaker hier.

 

XRP-Kurs mit über 60 Prozent Wochenplus – Wie gerechtfertigt ist die Kursexplosion des Ripple Coin?

XRP, der Token des Unternehmens Ripple, konnte diese Woche massiv anziehen – der XRP-Kurs kletterte dabei in nur einer Woche um über 60 Prozent. Einer der Haupttreiber hinter diesen Kurssprüngen ist die Ankündigung, dass der Token XRP erstmals innerhalb eines Zahlungsnetzwerkes wirklich zum Einsatz kommen soll. Bislang wurde in der kommerziellen Praxis nur die Infrastruktur der Firma Ripple genutzt, ohne dass XRP dabei Verwendung fand.

Ursprünglich ist das Unternehmen Ripple angetreten, um die Vormachtstellung des Transaktionsabwicklungsstandards SWIFT anzugreifen. Nach 45 Jahren Quasi-Monopol gibt es gute Gründe, den in die Jahre gekommenen Abwicklungsstandard SWIFT durch ein neues, schnelleres, günstigeres und – im Idealfall – auch noch dezentraleres System zu ersetzen. Doch wie dezentral ist der Bankencoin überhaupt? Welche Rolle kann hier die Kryptowährung XRP spielen? Und wie stehen die Chancen, SWIFT ernsthaft Konkurrenz zu machen?

Das Ripple-Protokoll ist grundsätzlich Open Source und kann auch ohne das Unternehmen Ripple betrieben werden. In der Praxis handelt es sich jedoch um einen ziemlich zentralisierten Service, der losgelöst von der unternehmenseigenen Währung XRP von einzelnen Banken in Anspruch genommen wird. So nutzen über 120 Banken die Ripple-Infrastruktur xCurrent, um Transaktionen zu beschleunigen – ganz ohne XRP-Token.

Token Economy mit xRapid?

Um gegenüber dem Abwicklungsstandard SWIFT an Boden gutzumachen, soll nun in den nächsten Wochen xRapid starten, eine Zahlungsinfrastruktur, die diesmal auch den XRP-Token nutzt. Dazu wird der XRP-Token als „Zwischenwährung“ eingesetzt, was verglichen mit traditionellen Banküberweisungen deutlich schneller und zudem günstiger sein soll. Gegenwärtig testen zehn Banken den neuen Ripple-Abwicklungsstandard. Ob sich dieser allerdings in der Praxis durchsetzen kann, ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt ungewiss bzw. nur schwer einzuschätzen. Dieser Service zielt dabei vor allem auf Finanzinstitute in Schwellenländer ab, die oftmals mit hohen Liquiditätskosten zu kämpfen haben. Schließlich erfordern Überweisungen in Schwellenländern häufig vorfinanzierte Konten in der anvisierten Landeswährung. Mit xRapid könnten diese Liquiditätskosten gesenkt werden. Der XRP-Kurs reagierte auf die Verkündung am 18. September jedenfalls mit einem 17-Prozent-Sprung und konnte, wie wir am aktuellen Kursverlauf sehen können, die Rallye fortsetzen. Durch xRapid könnte XRP zum ersten Mal eine wirkliche Funktion außerhalb der Spekulation erfüllen.

Die Sache mit der Dezentralität

Es ist immer wieder ein Streitthema wie dezentral Ripple bzw. XRP ist. Auf der einen Seite handelt es sich um ein Open-Source-Protokoll – jeder kann vollkommen losgelöst vom Unternehmen ein Netzwerk aufsetzen und als Validator fungieren. Die Voraussetzungen dazu sind allerdings sehr hoch und mit vielen Umständlichkeiten verbunden. Deshalb verwundert es nicht, dass das Open-Source-Protokoll abseits der Firma Ripple kaum genutzt wird. Der gegenwärtige Use Case, die Nutzung der Ripple-Infrastruktur ohne XRP, ist eine stark zentralisierte Angelegenheit.

Ein Dorn im Auge ist auch die verzerrte Trennung von Unternehmen und Kryptowährung. So wird Ripple nicht müde zu betonen, dass das Unternehmen mit der Kryptowährung im Grunde nichts zu schaffen habe. Eine Aussage, die missverständlich ist, bedenkt man, dass Ripple die XRP im Escrow verwahrt und zur Finanzierung des Unternehmens verwendet. Auch die Infrastruktur xRapid ist klar auf XRP zugeschnitten. Entsprechend wirkt es nicht sehr authentisch, hier so zu tun, als wären Ripple und XRP vollkommen losgelöst voneinander zu betrachten.

SWIFT vs. Ripple?

Mit den Fortschritten von xRapid erhöht Ripple den Druck auf SWIFT. Das Quasi-Monopol von SWIFT muss sich weiterentwickeln, um nicht langfristig abgehängt zu werden. So gab beispielsweise TransferGo am 5. September bekannt, dass seine Kunden in Indien ab sofort in der Lage sein werden, Sofort-Überweisungen in Kooperation mit Ripple in alle Teile Europas vorzunehmen. Sollte sich der Dienst durchsetzen, dann wäre dies ein wichtiger Schritt gen Blockchain-Transaktionsabwicklung und ein kleiner weiterer Punkt für Ripple gegen SWIFT.

Letztlich werden aber knallharte Fakten wie Kosten und Abwicklungsgeschwindigkeit über Erfolg oder Niederlage entscheiden. Das leistungsfähigere System wird sich durchsetzen – Kooperationen hin oder her. Auch nehmen solche Systemumstellungen Jahre in Anspruch. Das Bankensystem ist träge und hochreguliert – Innovationen brauchen hier oftmals länger als in anderen Branchen, um in der kommerziellen Praxis anzukommen. Auch wenn Ripple eine bessere Performance als SWIFT liefern kann, werden die Banken nur sehr zögerlich bereit sein umzusteigen. Entsprechend absurd muten gegenwärtig im Netz kursierende Kursprognosen an, die XRP Ende des Jahres im dreistelligen Bereich sehen.

Bis dahin muss sich Ripple erst einmal beweisen. SWIFT wickelt jeden Tag über 15 Millionen Transaktionen für über 11.000 Finanzinstitute in über 200 Ländern ab. Zudem entwickelt sich SWIFT mit der Global Payments Initiative (GPII) weiter. Die in der Initiative beinhalteten Verbesserungen zeigen, dass SWIFT gewillt ist, nicht beim Status quo stehen zu bleiben. Ripple hat tatsächlich eine Chance, SWIFT abzulösen, dies wird allerdings nicht nächstes Jahr sein, sondern eher in fünf Jahren plus – wenn überhaupt.

Dieser Artikel erschien zuerst auf BTC-ECHO.

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